BERGLAUF PUR

 



La Réunion

Bergfaszination im Indischen Ozean



Der höchste Berg auf der Insel La Réunion, der Piton des Neiges,
höher als die Zugspitze mit 3070 Meter.

Die Insel ist aus dem Indischen Ozean vor ca. 4 Millionen Jahren durch den Vulkann Piton des Neiges entstanden.
Vor der Besiedelung durch Menschen gab es außer den Fledermäusen keine Säugetiere auf der Insel.
Deswegen gibt es auch keine Schlangen!



     



     


   
 
Aufstieg zum Col du Taibit von Cilaos aus mit Blick
zum Piton des Neiges
 
Am frühen morgen sind die Berge tatsächlich so blau
       
  Baumfarne in Salazie an einer steilen, fast senkrechten Bergwand   Die Südküste   Takamaka  

 

   
Die unteren 9 Bilder fotografierte ich aus dem Heli. In den Cirque de Mafate kommt man nur zu Fuß.

       

Von hier aus können Sie durch .....

Was hier so schwarz ist, ist Lava vom Piton des Fornaise.

.....diesen Canyon hoch wandern zum ...

......Plaine des Sables.

Beim Grand Raid sind wir hier auf lockerer Vulkanasche durchgelaufen.


         

       
Piton de Fournaise, links. Es kommt schon mal vor, dass dort oben Schnee liegt für 2 Tage.
Deutlich sehen Sie die jüngst herabgeflossene erkaltete Lava.
In der Mitte ein kleiner Nebenkrater
Ein zur Zeit erloschener Krater auf der Plaine des Sables.

     

Gleich um die Ecke sieht es dann so aus..

...das Allgäu von Reunion .....

     
  .....mit Bergpfaden par exellence !!   Einige Wasserfälle wie z.B. diesen kann ma nur mit dem Heli sehen  



Von Blumen versteh ich nicht viel, eigentlich gar nix, aber so ein Blumenmeer
habe ich noch nirgends gesehen, das ist sogar mir aufgefallen.

 

   

 

       


         


   

 

     


   



       


     

 

   


   

 

 

 

     
 
Ganze Gebirgshänge voller Fuchsien....
.....hier am Col de Fourche
 
     


   



       



   



     
      Massenweise Gänseblümchen in den Krüppelholz Wäldern.  

       




   

Auf La Réunion gibt es über 800 verschiedene Blumenarten, hauptsächlich Orchideen


       
  Ananasfelder. Die besten Ananas die es gibt,
nur noch vergleichbar die von Martinique.
  Scheinbar weiß er das auch   Riesige Litschi Bäume  

 


Es ist aber nicht alles "Gold was glänzt" auf La Réunion

 

     
  Straßenzug in St. Denis, die Hauptstadt der Insel. Total überfüllt mit Autos, viele zerfallene alte Kolonialhäuser, relativ hohe Kriminalität. Viele Menschen wohnen in Bruchbuden. Mein Auto wurde während des Grand Raid vor einem bekannten Hotel aufgebrochen.
Diese Stadt können Sie sich sparen.
  Solche "idyllischen Häuser" können Sie hauptsächlich im Landesinneren betrachten,
hier in Salazie.Viele Häuser sind unbewohnt und dem Zusammenbruch nahe. Gute Hotels sind absolute Mangelware, übrigens auf der ganzen Insel. Die wenigen sind im Preis-Leistungverhältnisse wesentlich zu teuer.
 

     
 
Keine Seltenheit
Alter Kolonialstil. Dem Verfall nahe.
 

 

     
 
Hell Bourg Hauptstraße
 
Hell Bourg Hauptstraße. In diesem Cirque regnet es sehr oft,
alles wird von grünen Pflanzen rasend schnell überwuchert.
 

Von München benötigen Sie ca.18 Std. bis Sie in La Réunion sind. Die lange Reisezeit entsteht dadurch, dass nur die Air France von Paris aus nach St. Denis fliegt. Dadurch dass Réunion zum Inland Frankreich zählt, haben Sie einen Flughafen-Wechsel. Um sicher den Anschlußflug von Orly nach St. Denis zu erreichen, sollte man rechtzeitig in Charles de Gaulle landen. Große Staugefahr mit dem Bus nach Orly. Das Ganze nervt, weil zurück ist dasselbe Spiel.

Der Flugpreis bewegt sich so um 1 200 - 1 400 Euro. Die Weihnachtszeit sollten Sie meiden.

Um die Insel kennen zu lernen, braucht man unbedingt ein Auto. Auch und gerade wenn man wandern will. Nur wirkliche Bergfexen und Tramper können die Insel a la Grand Raid zu Fuß durchwandern. Die wenigen Gites, also Hütten sind von bescheidenster Qualität und Ausstattung, das Essen muß man schon selber mitschleppen, denn verhungern tut auf den Hütten nur der Gardier nicht. In den meisten Fällen benötigt man sogar eine Reservierung, was das Grundproblem erhöht, wenn Sie nicht perfekt französisch sprechen.

Das Auto kostet für 14 Tage incl. aller Gebühren, Fiesta Klasse ca. 1100 Euro.

Das Preisniveau entspricht bei gleicher Qualität in etwa das von der Schweiz. Außer, Sie kaufen sich die besten Bananen und Ananas der Welt bei fliegenden Händlern am Straßenrand, sofern Sie davon 14 Tage leben können.

Wenn Sie gemütlich frühstücken, werden Sie mit keinen so sonnigen Bildern wie ich sie z.B. vom Roche Ecrite geschossen habe nach hause fahren.

Erkundigen Sie sich genau bei Wanderungen, bedenken Sie, dass es keinen Lift gibt, der Sie wieder zurück bringt.

Bei manchen Durchquerungen müssen Sie trittsicher und schwindelfrei sein!

In einigen Gebieten sollten Sie damit rechnen, dass es jeden Tag regnen kann. Bei Wanderungen bedeutet das erhöhte Rutschgefahr auf den dschungelähnlichen Pfaden. Das sind keine Bergweg-Autobahnen wie in unseren Alpen! Manchmal bin ich den ganzen Tag völlig alleine unterwegs gewesen, es kann sein, dass Sie niemandem begegnen und keine Hilfe erwarten können.

Das Handy funktioniert auch nicht überall.

Insgesamt ist die Insel nur für Bergfreunde und Tauchsportler geeignet. Der Heli Rundflug ist fast ein muss,

ca. 250 Euro.

Das Preis-Leistungangebot stimmt nicht, die Kanaren können Sie für den halben Preis haben.

Nach meinen dreimaligen Besuchen habe ich den Eindruck gewonnen, dass man sich nicht groß um Touristen bemüht, tolle Hotelanlagen mussten schließen mangels Tourismus. Amerikaner, Engländer und Deutsche fahren nicht hin, wenn Sie deutsch hören sind das einige wenige Schweizer oder Elsässer.

Die Küstenstraßen muss man meiden, sonst können Sie auch Urlaub am Mittleren Ring in München buchen, außer den Teil wo der Piton de Fournaise fast jährlich Lava über diese Straße bringt um die Insel zu vergrößern, das ist der größte Segen für Reunion, weil dort keiner hinbauen kann. Bei 2 500 qkm beträgt die Inselbevölkerung fast 800 000 Einw., das sind 310 pro qkm, davon wohnen ca. 80% an der Küstenregion.

Die Geburtenrate ist eine der höchsten der Welt.

Es fehlt meineserachtens an Eigeninitiative weil die Insel auf Grund der Zugehörigkeit zu Frankreich und der EU viel zuviel Subventionen erhält. Überall wo was größeres gebaut wird, hauptsächlich Straßen und Autobahnen sieht man das EU Schild.

Wenn Sie partout keinen Reis mögen fahren Sie doch lieber auf die Kanaren.

Auf La Réunion wächst eigentlich alles, nur kein Erdöl. Ich habe aber mehr Erdölfelder (die Autos müssen doch auch von was leben) als Gemüsefelder gesehen. Sagen wir mal, dass Linsen und Bohnen kein Gemüse sind, was man bei jedem ordentlichen "Cury Gericht" Nationalspeise, dazubekommt, dann gibt es eigentlich nur Chuchu.

Und so schauts aus!

Die zwei scharfen Soucen die Sie dazu bekommen probieren Sie nur einmal.

 

       
 
Die Dinger werden etwa 15 - 20 cm lang und
schmecken so in etwa wie Zucchini.
Chuchu, nicht Wein!!
 

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Beantwortung fällt mir schwer, klar am sichersten zum wandern ist der Oktober bis Mitte Dezember. In dieser Zeit sind die Flußläufe und Wasserfälle am trockensten und die Wege am besten zu begehen, also am sichersten.

Um die Weihnachtszeit schwirren die Franzosen vom Mutterland ein, da finden Sie dann kaum eine brauchbare Unterkunft.

Die interessanteste Jahreszeit ist aber vom Februar bis April, wenn die Zyklone über die Insel hereinbrechen.

Mit wandern ist da nix mehr, Sie werden kaum aus dem Hotel gehen. Harmlose Flüsse in den Caynons, Bäche, Wasserfälle werden sehr gefährlich. Die Wege sind glitschig und tausende kleiner Kröten habe ich bei meinen Streifzügen durch die schlammigen Wege aufgeschreckt. Die Stimmungsbilder nach einem Zyklon sind aber grandios, verlassen Sie sich nicht darauf, dass das Spektakel beendet ist, kann kommen zurück.

Wenn man dann noch das Glück hat wie ich, dass gerade der Piton des Fournaise aufgewacht ist. Es zischt brodelt und kracht, das Naturschauspiel ist grandios.

Bei einer guten Kondition und Liebe zu Bergen können Sie "noch" die interessanteste Insel der Welt kennen lernen.

Ergo, billig ist so ein Urlaub nicht und Bergerfahrung sollten Sie schon mitbringen und eventuell mit bescheidenen Unterkünften zufrieden sein.

Helmut Reitmeir
13. Dez. 2007

 

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